Feedback – Das Johari Fenster

On 3. Februar 2011, in Feedback, by intarix

Das Johari Fenster wurde 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwicklet. Aus den Vornamen dieser beiden Personen wurde der Name abgeleiten. Das Johari Fenster wird vor allem zur Erklärung des “blinden Fleck” eines Menschen herangezogen.

Das Johari Fenster verdeutlicht, daß “Selbstwahrnehmung” und “Fremdwahrnehmung” sich in aller Regel nicht entsprechen. Der Betroffene nimmt sich selbst anders wahr, als das andere Personen tun.

Das Johari-Fenster als Analysemodell kann auf Einzelpersonen und auf Teams angewandt werden. Gerade in gruppendynamischen Prozessen, wie z.B. in einem Projektteam, kommt es darauf an, das sich die Mitglieder einer Gruppe authentisch wahrnehmen und einander vertrauen können.

Ziel des Modells

Ein Ziel dieses Modells ist es, den persönlichen Handlungsspielraum transparenter und weiter zu gestalten. Im Johari-Fenster wird dabei das linke obere Feld immer größer, die anderen drei werden kleiner.

  • Dadurch, das man sich offenbart und anderen die persönlichen Geheimnisse mitteilt, verringert sich der Aufwand, der für die Geheimhaltung betrieben werden muss und es vergrößert sich der Freiraum und der Handlungsspielraum in der Öffentlichkeit.
  • Durch das Feedback anderer Personen bezüglich des “blinden Flecks” gewinnt die betroffene Person Erkenntnisse über sich selbst und kann so siene privaten und öffentlichen Handlungsspielräume bewusster wahrnehmen und ausfüllen.

Beide Wege ergänzen einander und helfen auch, Unbewusstes bewusst und dadurch handhabbar zu machen.

öffentlicher Bereich – Bereich des freien Handelns

Öffentlich ist alles, was ein Mensch von sich preis gibt, was also ihm selbst und anderen bekannt ist. Dazu zählt das Verhalten, die wahrnehmbaren Fähigkeiten und der Charakter des Menschen. Er umfasst den Bereich des gemeinsamen Wissens. Er ist der Bereich, in dem unser Handeln frei und unbeeinträchtigt von Ängsten und Vorbehalten ist. Der öffentliche bekannte Teil ist in aller Regel der kleinste Teil.

geheimer Bereich – der Bereich des Verbergens

Das Geheime beinhaltet alles, was dem betroffenen bewusst ist, das andere Personen aber nicht wahrnehmen. Dieser Teil umfasst den Bereich der Zurückhaltung, wo wir unser Handeln vor den anderen bewusst oder unbewusst verbergen.

Es ist unser privater Bereich. Durch Misstrauen anderen gegenüber kann dieser Bereich sehr groß sein. Durch Vertrauen zu anderen Personen und dem Gefühl der Sicherheit kann dieser Bereich sehr stark eingegrenzt werden.

Der Blinder Fleck

Unter dem „blinden Fleck“ versteht man alles, was von anderen wahrgenommen wird, dem Betroffenen aber nicht bekannt ist. Also der Teil des der dem Betroffenen Unbewusst ist. Durch Feedback kann dieser teil den betroffenen Personen zugänglich gemacht werden.

Dieser Bereich wird meist durch das nonverbale Verhalten des Betroffenen kommuniziert. In der Kommunikation mit anderen Personen kann ein großer “blinder Fleck” hinderlich sein, wenn Inhalt, Stimme und Körpersprache widersprüchlich sind.

unbekannt Bereich – der Bereich des Unbewussten

Unbekannt ist alles, was weder dem Betroffenen noch anderen Personen bekannt ist. Der Zugang zu den eigenen unbewussten Teilen kann einen Zugang zu diesem Teil ermöglichen, z.B. unter Hypnose.

Feedback

Durch Feedback, so wie NLP das vorsieht, kann der Betroffene sein Selbstbild mit dem Fremdbild abgleichen. Voraussetzung dafür ist, dass das Feedback konstruktiv ist und von dem Betroffenen auch angenommen werden kann. Der Betroffene ist damit den bewussten Teil vergrößern. Ziel der persönlichen Weiterentwicklung sollte es sein, den blinden Fleck zu verkleinern.

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12 Responses to Feedback – Das Johari Fenster

  1. […] treffen auf die für Sie unkontrollierbare Fremdsicht von Personalprofis. Wollen Sie sich mit einem blinden Fleck in Ihrem Johari-Fenster freiwillig eine Karrierebremse […]

  2. U.B. sagt:

    Vielen Dank für den kurzen Überblick.

    Es steht immer überall so viel zu dem Thema, was dann auch noch hoch wissenschaftlich ausgewertet wird.

    Ich danke.
    LGU

  3. Urs Weth sagt:

    Danke, sehr spannendes Thema! Hab selbst ein Buch mit dem Titel “Selbstreflexion als soziale Kernkompetenz“ darüber geschrieben!

  4. MR sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Soziale Netzwerke sind eine gute und große Hilfe, “Selbstwahrnehmung” und “Fremdwahrnehmung” spiegeln sich hier aneinander.
    Der hierbei einsetzende Prozess der Reflexion verleiht Personen, Marken oder Institutionen eine Authentizität, die Ihrem tatsächlichen Wert näher kommt und somit den “blinden Fleck” schwinden läßt.

  5. intarix sagt:

    Was die Größe der einzelnen Bereiche angeht ist das sicher so. Das Prinzip bleibt aber in diesem Modell gleich.

  6. Das ist auch geschlechtsspezifisch- frauen und geheimnisse – geht das? Männer tun sich da leichter. Frauen brauchen ganz einfach ihre “Klatschbörse” – wurde auch wissentschaftl. untersucht.

  7. Er ist der Bereich, in dem unser Handeln frei und unbeeinträchtigt von Ängsten und Vorbehalten ist. – liegt nicht hier die Persönlichkeitsentwicklung!?

  8. Ich glaube das schwierigste an der sache ist das konstruktive feedback, das ist der punkt wo sich viele menschen schwer tun. schließlich kann man das auch in einer positiven gruppendynamik erlernen.

  9. Ramin sagt:

    Ein interessantes Modell, vielen Dank. Besonders das Aufdecken des “blinden Flecks” finde ich einen interessanten Prozess :-)

  10. Henning sagt:

    Wieder was gelernt!

    Vielen Dank!

  11. super Hinweis und lesenswert, auc gerade zur aktuellen Causa Guttenberg, denn das hat eine ungemein interessante psychologische Komponente…danke

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