Wie stark romantische Anziehung durch diese Fehlattributation von Erregung intensiviert wird, haben die Wissenschaftler Donald Dutton und Art Aron schon vor 40 Jahren in einem revolutionären Experiment genauer untersucht. Das berühmte „Brücken-Experiment“ der US-Psychologen wies diesen Zusammenhang bereits in den 70er-Jahren nach.
Schon Ovid wusste: „Die Leidenschaft erwacht vor allem an Orten der Aufregung, im Theater, bei Wettrennen rassiger Pferde, simulierten Seeschlachten oder Gladiatorenschlachten
In dem Klassiker schickten sie eine attraktive Mitarbeiterin auf 2 unterschiedliche Brücken über der den Capilano Canyon, einen großen Naturpark in der Nähe von Vancouver, in Kanada. Hier gibt es zwei Brücken.
die Capilano Suspension Bridge

Die erste Brücke ist die “Capilano Canyon Suspension Bridge”. Sie ist die mit 137 Metern längste Fußgängerhängebrücke der Welt, die in 70 Metern Höhe über einen rauschenden Fluss führt. Das Geländer dieser Brücke ist niedrig, und es kippt und schaukelt ununterbrochen.
Die zweite Brücke ist eine drei Meter hohe Holzbrücke die über einen Nebenarm des Flusses führt. Sie besteht aus festem Zedernholz und ist sehr solide gebaut.
Auf beiden Brücken führte die attraktive Mitarbeiterin Umfrage unter den männlichen Parkbesuchern durch, ob sie einen belanglosen Fragebogen ausfüllen könnten
die Umfrage
Für weitere Fragen gab die attraktive Mitarbeiterin den Männern ihre Telefonnummer. Das Ergebnis: Die Männer von der Hängebrücke riefen vier Mal häufiger an, als die von der festen.
Dabei stellten die Forscher verblüfft fest, dass die Männer von der Hängebrücke viermal häufiger zum Telefon griffen als jene von der Holzbrücke.
Die Männer waren aufgeregt und hatten als Ursache dafür die Frau ausgemacht. Aus ihrer Aufregung war Erregung geworden.
Wie Aron in neueren Experimenten gezeigt hat, lässt sich das Aufregung auch für langjährige Partnerschaft nutzen. Gemeinsame Aufregung haucht einer abgekühlten Liebe neues Feuer ein. So waren Eheleute, denen der Psychologe einmal pro Woche Aufregendes verordnete Theater, Bergsteigen, Tanzen zufriedener mit ihrer Beziehung, als Paare, die nur Angenehmes Freunde besuchen, Kino, Essen gehen unternahmen.
Die Zedernholzbrücke war natürlich interessanter von der Bauweise und dies hat sich auch auf die Frau bezogen. Das gibt schon genug “Impuls” etwas aussergewöhnliches zu tun und weckt Phantasien. So ist es auch in langjährigen Beziehungen, es passiert etwas ganz Unerwartetes und plötzlich sieht man den Partner mit “neuen Augen” und das “Eingefahrene” in der Beziehung wird deutlicher. Dann wird es Zeit sich zu “erinnern”.
Intensivere Erlebnisse verbinden mehr!
Könnte das nicht auch ein klassischer Fall von falscher Schlussfolgerung sein? Vielleicht sind die Männer, die sich auf so eine wackelige Brücke wagen einfach mutiger, weniger zurückhaltend und trauen sich daher einfach öfter, die attraktive Dame “anzubaggern”. Wurde ein Gegenexperiment gemacht, in dem die Dame Männer, die über die beiden Brücken gegangen sind z.B. danach in sicherer Umgebung interviewt hat?